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CTBTO, Seismische Station

CTBTO, Seismische Station, © CTBTO Public Information

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CTBTO - Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen - Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization


Der Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) verbietet weltweit jegliche Versuchsexplosion von Kernwaffen sowie andere nukleare Explosionen in der Erdkruste, der Atmosphäre, den Weltmeeren und im Weltraum. Der Vertrag wurde im Rahmen der Genfer Abrüstungskonferenz verhandelt, von der 51. VN-Generalversammlung am 10. September 1996 verabschiedet und am 24. September 1996 zur Zeichnung ausgelegt.


Zwar haben bislang 184 Staaten den Vertrag gezeichnet und 167 ihn ratifiziert (Stand September 2018). Er kann jedoch erst in Kraft treten, sobald er durch jene 44 Staaten, die in Annex 2 zum Vertrag aufgelistet sind, gezeichnet und ratifiziert worden ist. Diese 44 Staaten verfügten zur Zeit der Aushandlung des Vertrags über ein gewisses Maß an Nukleartechnologie. Deutschland hat den Vertrag am 20. August 1998 ratifiziert. Derzeit fehlen für das Inkrafttreten noch acht Ratifikationen: jene von Ägypten, China, Indien, Israel, Iran, Nordkorea, Pakistan und den USA. Von diesen Staaten haben nur Indien, Pakistan und Nordkorea den CTBT noch nicht gezeichnet. Dies sind zugleich die einzigen drei Staaten, die nach Auflegung des CTBT zur Zeichnung 1996 noch Atomtests durchgeführt haben.


Nach dem Inkrafttreten des CTBT wird seine Einhaltung von der Vertragsorganisation (Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization, CTBTO) überwacht werden. Das Inkrafttreten des CTBT ist für Deutschland wie auch für die EU insgesamt ein zentrales Ziel im Bereich der nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung.


Für die Zeit bis zum Inkrafttreten des CTBT wurde die Vorbereitende Kommission der CTBTO eingerichtet. Sie besteht aus einem Plenarorgan und mehreren Arbeitsgruppen, in denen alle Vertragsstaaten vertreten sind, sowie dem Provisorischen Technischen Sekretariat (PTS) mit Sitz in Wien. Zu ihrem ersten Exekutivsekretär, der dem PTS vorsteht, wurde Botschafter Dr. Wolfgang Hoffmann aus Deutschland bestellt. Ab August 2005 war Tibor Tóth Exekutivsekretär, seit 2013 ist Lassina Zerbo der amtierende Exekutivsekretär.


Das Mandat der Vorbereitenden Kommission sieht die Errichtung eines weltweiten Überwachungssystems vor, dessen Hauptbestandteil ein Netz von 321 Messstationen sowie 16 unterstützende Laboratorien sein wird, die von den einzelnen Staaten aufgebaut und in Zusammenarbeit mit dem PTS betrieben werden. Deutschland trägt mit fünf Stationen zur Funktion dieses Kontrollnetzes bei. Detaillierte Informationen zu einigen dieser Stationen sind auf der Homepage der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) verfügbar (Link siehe unten). Schon jetzt ist das Überwachungssystem, von dem bislang über 91 % der vorgesehenen Messstationen errichtet sind, in der Lage, selbst kleinste unterirdische Nuklearexplosionen zu orten.


Nach den USA, Japan und China  ist Deutschland mit 6,5 % viertgrößter Beitragszahler. Über die EU unterstützt Deutschland die kontinuierliche Verbesserung des CTBTO Verifikationssystems durch freiwillige Beitragsleistungen.




CTBTO im World Wide Web:





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